Über die gesetzliche Rente
Die deutsche gesetzliche Rente wird umlagefinanziert: aktuelle Beitragszahler finanzieren die Rentner von heute. Ihre eigene Rente berechnet sich aus den im Erwerbsleben gesammelten Entgeltpunkten multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert. Rechtsgrundlage ist das Sechste Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI), zuletzt geändert durch das Rentenpaket II (verabschiedet im Bundestag im Juli 2024, in Kraft seit 1. Januar 2025), das das Rentenniveau bis 2039 auf 48 % stabilisiert.
Ein Entgeltpunkt entspricht einem Jahr Beitragszahlung in Höhe des Durchschnittsverdienstes (45.358 € im Jahr 2025, voraussichtlich 47.510 € im Jahr 2026 nach Bundessozialministerium-Schätzung). Wer überdurchschnittlich verdient, bekommt mehr Punkte; wer weniger verdient, weniger. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) für die Rentenversicherung liegt 2025 bei 96.600 € (West) bzw. 96.600 € (Ost, seit 2025 vereinheitlicht); Einkommen darüber bringt keine zusätzlichen Entgeltpunkte. Der maximale Punkt pro Jahr beträgt damit 96.600 / 45.358 = rund 2,13 EP.
Wichtig für 2026: Der Rentenwert wird zum 1. Juli 2026 voraussichtlich um 3,5 bis 4,2 % auf etwa 40,70 € steigen, nach der lohnorientierten Rentenformel mit Schutzklausel. Wer 2025 mit 45 EP in Regelaltersrente geht, erhält 45 × 40,79 € = 1.835,55 € Bruttorente; ab Juli 2026 wären es bei identischen EP etwa 1.831,50 € (nach Berücksichtigung der Niveauschutzklausel). Vor Abzug von KV (8,55 % halftig), PV (3,4 % voll) und Steuern bleiben etwa 1.620 €/Monat netto.
So funktioniert es
- Beitragsjahre und durchschnittliches Bruttogehalt eingeben.
- Entgeltpunkte werden automatisch berechnet.
- Rente = Entgeltpunkte × aktueller Rentenwert × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor.
- Brutto- und Nettorente ablesen. Von der Rente werden ggf. Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern abgezogen.
Zugangsfaktor: Abschläge und Zuschläge
Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, zahlt 0,3 % Abschlag pro Monat (3,6 % pro Jahr), maximal 14,4 % bei 4 Jahren Vorzug. Wer länger arbeitet, bekommt 0,5 % Zuschlag pro Monat (6 % pro Jahr). Beispiel: ein Versicherter mit 40 EP und Renteneintritt mit 65 statt 67 erhält 40 × 40,79 × (1 - 0,072) = 1.513,71 € statt 1.631,60 €, also rund 117,89 €/Monat oder 1.414,68 €/Jahr weniger, lebenslang.
Häufige Fallstricke bei der Rentenplanung
- Kindererziehungszeiten unterschätzt: Pro Kind (geboren ab 1992) erhalten Elternteile 3 Entgeltpunkte aus Kindererziehungszeiten, plus bis zu 7 EP aus Berücksichtigungszeiten. Bei drei Kindern können 30+ EP zusammenkommen, was 1.223 €/Monat zusätzlicher Rente entspricht (Stand 2025).
- Steuerpflicht nach Eintrittsjahr: Der besteuerte Rentenanteil ist im Rentenbeginnsjahr fixiert. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 85 % der Rente; wer 2027 startet, 86 %. Der Freibetrag bleibt in Euro über die gesamte Rentenlaufzeit konstant, sodass jede Rentenanpassung voll steuerpflichtig wird (sogenannter Nachholeffekt).
- Krankenversicherung der Rentner (KVdR) verpasst: Wer in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens nicht zu 90 % in der GKV pflichtversichert war, fällt nicht unter die günstige KVdR. Folge: deutlich höhere Beiträge als freiwilliges Mitglied, bemessen auch auf Mieteinnahmen und Kapitalerträge.
Rechenbeispiel: 30 Jahre Vollzeit, durchschnittliches Gehalt
Ein Versicherter mit 30 Beitragsjahren bei durchschnittlich 105 % des Durchschnittsverdienstes (also etwa 47.625 € im 2025er-Maßstab) sammelt 30 × 1,05 = 31,5 EP. Regelaltersrente: 31,5 × 40,79 = 1.284,89 € brutto/Monat ab 2025. Mit weiteren 7 Beitragsjahren (Aufstockung bis 67) bei gleichem Niveau plus 2 EP aus zwei Kindern bei 5 Jahren Berücksichtigungszeit: 31,5 + 7,35 + 2 = 40,85 EP. Bruttorente: 40,85 × 40,79 = 1.666,27 €/Monat. Nach Abzug von 11,3 % KV/PV (rund 188 €) und 10 % geschätzter Steuer (rund 148 €) bleiben rund 1.330 €/Monat netto. Ergänzung über bAV, Riester oder einen ETF-Auszahlplan ist für die meisten Haushalte unverzichtbar.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der aktuelle Rentenwert 2025?
Der Rentenwert beträgt seit 1.7.2024 39,32 € im Westen und Osten (seit 2024 vereinheitlicht). Pro Entgeltpunkt erhalten Sie also 39,32 € Monatsrente.
Wie viele Beitragsjahre brauche ich für die Rente?
Für den Anspruch auf Regelaltersrente: 5 Jahre Mindestversicherungszeit. Für Rente mit 63 (langjährig Versicherte): 35 Jahre. Für Rente ab 63 ohne Abschläge (besonders langjährig Versicherte): 45 Jahre.
Mit wie viel Jahren kann ich in Rente gehen?
Regelaltersrente: 67 Jahre (für ab 1964 Geborene). Frühestens mit 63 mit Abschlägen (0,3 % pro Monat), oder mit 65 abschlagsfrei wenn 45 Beitragsjahre erreicht.
Werden Renten besteuert?
Ja, schrittweise - der Rentenfreibetrag sinkt jedes Jahr. Wer 2025 in Rente geht, muss 84 % der Rente versteuern. Ab 2058 sind 100 % steuerpflichtig.
Was ist die Rentenlücke?
Differenz zwischen letztem Nettogehalt und Rente. Bei vollen Beitragsjahren liegt das Rentenniveau bei ca. 48 % vom letzten Brutto. Die Lücke beträgt also häufig 30 bis 50 %. Schließbar über Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge oder ETF-Sparplan.
Wie wirkt das Rentenpaket II ab 2025?
Das Rentenpaket II (in Kraft 1.1.2025) garantiert ein Rentenniveau von 48 % bis 2039 und schafft das Generationenkapital, einen kapitalgedeckten Fonds, der ab 2036 Erträge zur Stabilisierung des Beitragssatzes liefern soll. Der Beitragssatz steigt voraussichtlich von 18,6 % (2025) auf 20,0 % bis 2030, gedeckelt durch die Niveauschutzklausel.
Gesetzliche Rente 2026: Entgeltpunkte und der aktuelle Rentenwert
Die deutsche Rente ist umlagefinanziert: Die heutigen Beitragszahler finanzieren die heutigen Renten. Ihre eigene Rente ergibt sich aus den gesammelten Entgeltpunkten, multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert. Ein Entgeltpunkt entspricht einem Beitragsjahr mit Durchschnittsverdienst (2026 vorläufig 51.944 Euro). Der Beitragssatz liegt 2026 stabil bei 18,6 Prozent, hälftig getragen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Entwicklung des aktuellen Rentenwerts
Rechenbeispiel: 40 Entgeltpunkte
Wer 40 Jahre lang exakt den Durchschnittsverdienst erzielt hat, sammelt 40 Entgeltpunkte. Mit dem ab Juli 2026 geltenden Rentenwert von 42,52 Euro ergibt das eine monatliche Bruttorente von 40 × 42,52 = 1.700,80 Euro. Davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern ab.
Wer vor der Regelaltersgrenze (für ab 1964 Geborene 67 Jahre) in Rente geht, verliert über den Zugangsfaktor 0,3 Prozent je vorgezogenem Monat, maximal 14,4 Prozent bei vier Jahren. Das Rentenniveau wird über das Rentenpaket II bei 48 Prozent gehalten.
Häufige Fragen zur gesetzlichen Rente 2026
Wie hoch ist der aktuelle Rentenwert 2026?
Bis zum 30. Juni 2026 beträgt er 40,79 Euro je Entgeltpunkt, ab dem 1. Juli 2026 steigt er auf 42,52 Euro. Das entspricht einer Rentenanpassung von 4,24 Prozent.
Wie viel Rente bringen 40 Entgeltpunkte?
40 Entgeltpunkte ergeben mit dem Rentenwert ab Juli 2026 (42,52 Euro) eine Bruttorente von 1.700,80 Euro im Monat, vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern.
Was bedeutet ein Entgeltpunkt 2026?
Einen Entgeltpunkt erhalten Sie für ein Beitragsjahr mit dem Durchschnittsverdienst (2026 vorläufig 51.944 Euro). Wer mehr verdient, sammelt mehr Punkte, gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 Euro im Monat.
Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2026. Werte für das Jahr 2026. Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Rentenanpassung 2026; SGB VI.
